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Architektur & Zeichnung – der November-Newsletter
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Winter is coming *

Doch noch genießen wir den milden Herbst. Die Biergärten haben leider schon geschlossen, aber am Viktualienmarkt bekommt man schon noch ein paar Weißwürste und eine Halbe.

Diesen Newsletter wollen wir endlich auf die Zukunft der Handzeichnung eingehen, außerdem stellen wir noch ein paar neue Arbeiten vor. 

Wir wünschen Ihnen Freude bei der Lektüre und freuen uns auf Rückmeldungen!

Herzliche Grüße und bis bald!

Wolfram Gothe und Paul Trakies

*: ...doch das dauert noch bis März

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Die Zukunft der Handzeichnung im Zeitalter des Computers

Vielleicht muß man diesen Text einfach mit diesem Faktum beginnen: Handzeichnung für Architekten wird in den Hochschulen kaum mehr unterrichtet. Es gibt Ausnahmen, aber sie sind eben das: Ausnahmen.

Die Gründe dafür sind schwer zu benennen, es begann auf jeden Fall bereits vor der Siegeszug des Computers und hat mit einer gewissen Geschichtsvergessenheit der Deutschen zu tun, mit vergifteten Traditionslinien nach dem verlorenen Weltkrieg.

Ich begann 1986 in Braunschweig mit meinem Architekturstudium. Damals unterrichtete Prof. Peter Färber Architekturzeichnung - vier Semester mit Pflichtabgaben und relativ enger Betreuung durch vier Assistenten, trotz der 180 Studenten pro Semester. Doch bereits dieses Pensum reichte nicht aus, der Großteil meiner Kommilitonen tat sich mit der Zeichnerei schwer.

Nachfolgenden Semestern ging es noch schlechter, die Pflichtsemester wurden um die Hälfte gekürzt, heute gibt es in Braunschweig gar keine Zeichenlehre mehr, der Lehrstuhl heißt jetzt "Institute of Media and Design". 

Diese Entwicklung setzt sich allenthalben fort, so ich habe in Stuttgart knapp drei Jahre an der HfT Zeichenunterricht gegeben, dort hatten die Studenten in ihrem gesamten Studium genau zwei Tage Unterricht in Freihandzeichnung. An der TU München überlebte die Döllgast-Lehre mehrere unbegabte Professoren, doch es wird sich zeigen, ob das auf Dauer gelingen wird, der Lehrstuhl hat sich inzwischen in "Entwerfen und Gestalten" umbenannt.  Das verheißt nichts Gutes.

Die Realität in den Büros besteht darin, dass kaum jemand eine räumlich-perspektivische Skizze beherrscht, schon sehr früh müssen 3D-Programme bemüht werden. Wir wollen das gar nicht schlechtreden, in einer freien Skizze kann man sich gar zu wundervoll in die Tasche lügen, in einem 3D-Modell wird man sehr früh auf seine Irrtümer aufmerksam. Andererseits wird aber der Kommunikationsfluß empfindlich gestört. Und das finden wir schade, aber es kennt auch kaum noch jemand anders.

Wer heute an Architekturdarstellung denkt, denkt an Computer-Renderings. Tatsächlich hat die digitale Technik auch in der Architektur alles verändert. Als ich 1995 bei WES & Partner anfing, gab es in Wettbewerben kein Budget für Darstellung, das wurde von den Entwerfern en passent mit erledigt.

In ganz Deutschland gab es nur einige wenige Architekturzeichner, allen voran natürlich Peter Wels und auch Helmut Jacobi nahm noch Aufträge an, aber das lohnte sich nur bei ganz großen, besonderen Wettbewerben, denn diese Zeichnungen kosteten das zwei- bis dreifache Monatsgehalt eines angestellten Architekten.

In der Mitte der Neunziger Jahre begann dann die Computerrevolution in der Architektur. Die Ergebnisse waren am Anfang eher gruselig, doch heute sind gute Renderings besser und schöner als Photos, und die Realität hat es schwer. Allerdings läßt sich eine merkwürdige Beobachtung machen: wenn man die Wettbewerbsentscheidungen bei competitionline verfolgt, so sieht man bei überregionalen oder gar internationalen Wettbewerben Bilder, die direkt aus den Zauberwerkstätten Hollywoods stammen könnten. Im Bereich der regionalen oder kommunalen Bauaufgaben, der Kindergärten in Wilschede, den Gymnasien im Allgäu oder Gemeindehäusern in Saarlouis darf man eine blaßgrau-blaßgrün-blaßgraue Tristesse bewundern. Mich wunderte das sehr, bis mir ein befreundeter Architekt die Augen öffnete: bei den mittleren und kleineren Bauaufgaben geht es nicht darum einen außergewöhnlichen Entwurf und außergewöhnliche Bilder abzugeben, sondern darum einen Wettbewerbsbeitrag einzureichen, auf den sich alle einigen können. Dramatische Bilder und starke Farben stören da mehr, als sie helfen.

Das leuchtet ein - auch wenn unsere Zeichnerherzen bluten mögen.

Seit anderthalb Jahren erreichen uns jedoch explizit Anfragen nach Handzeichnungen, weil der Auslober photorealistische Darstellungen expressis verbis verboten hat. Zuerst dachten wir, die Kunden hätten die Auslobung nicht richtig verstanden, aber eine Freundin, die selber häufig als Jurorin tätig ist, erklärte uns die Sachlage: viele Sachpreisrichter fühlen sich überwältigt von photorealistischen Darstellungen, sie haben das Gefühl manipuliert zu werden. Bei Handzeichnungen erkennen sie immer, dass es sich um die Darstellung von Ideen handelt und nicht um die Darstellung von Wirklichkeit - kurz: sie haben das Gefühl mitbestimmen zu können und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. 

Und da kommen unsere Zeichnungen ins Spiel - sie lassen Spielraum für Interpretationen, lenken die Aufmerksamkeit auf wichtige Elemente, lassen schwierige Details einfach weg, ohne daß es auffällt - sie zeigen, daß  Entwürfe Prozesse sind, in denen viele Einzelentscheidungen gefällt werden müssen, bis ein stimmiges Ganzes entsteht und nicht alle Details bereits vom Architekten oder Landschaftsarchitekten im Wettbewerb festgelegt wurden.

Doch wie schaut es denn mit der Fähigkeit der Handzeichnung als kulturelle Technik aus? 

Noch vor zwei Jahren hätte ich gesagt: Schlecht.

Doch ich glaube, ich täusche mich. Ich hatte in einem anderen Newsletter die Gruppe der Urban Sketchers erwähnt. In meiner FaceBook-Timeline sehe ich jeden Morgen viele neue Zeichnungen und ich bin beeindruckt, wie gut viele dieser Arbeiten sind. In Deutschland ist das noch nicht so verbreitet, aber auch hierzulande tut sich etwas und das macht Hoffnung.

Ein Problem aber bleibt: unsere Kinder lernen in der Schule keine "Schönschrift" mehr und das ist mehr als tragisch. Denn so fehlen fundamentale motorische Fertigkeiten die auch für die Handzeichnung nötig sind. 

Deshalb hier unser Ratschlag um die Handzeichnung am Leben zu halten: bringen Sie Ihren Kindern verbundene Schönschrift bei! Von da ist es zur Handzeichnung nicht mehr gar so weit...

Wir wünschen Ihnen eine gute Woche!

Wolfram Gothe 
Paul Trakies

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Erneuerung des Ortskerns Oberelchingen

Erneuerung des Ortskerns Oberelchingen

Das war ein kleiner, feiner Wettbewerb und eine (fast) erste Zusammenarbeit. Roberto Kaiser, Partner bei Silands Landschaftsarchitekten, den ich noch von Koeber Landschaftsarchitekten kenne, fragte mich, ob ich auch "so einen kleinen Wettbewerb" zeichnen würde. Aber klar doch!! War meine Antwort und ich fand das außerordentlich interessant, denn er traute sich Vorschläge zu machen, die geeignet sind Unruhe und Diskussion …

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Wochen in der Wüste

Wochen in der Wüste

Dank Bödeker Landschaftsarchitekten durfte ich wieder Wüste malen. Wiederum ging es um den Entwurf eines privaten Parkes, mit Wasserflächen und Pferdeweiden. Welch ein beeindruckender Aufwand.

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